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Moskau - St. Petersburg, 25.Mai 2017 - 02. Juni 2017

Die Zwiebeltürme der Basilius Kathedrale auf dem roten Platz in Moskau ist das was mir von meiner Reise vor 40 Jahren am besten in Erinnerung geblieben ist. Auf dem roten Platz ist neben den vielen vor allem chinesischen und japanischen Touristen vor allem die Polizei und ander Ordnungskräfte präsent während zu Sowjetzeiten Armeeangehörige zu sehen waren. Mein Plan war ja mit dem Fahrrad auf den roten Platz zu fahren. Dies war aber unmöglch da man wie auf dem Flughafen durch die Sicherheitskontrolle hindurch muss. Um diese zu umgehen muss man schon mit dem Flugzeug auf dem Platz landen...

Am zweiten Abend in Moskau war ich mit Wladimir (nicht Putin) verabredet. Der russische Radfahrer den ich auf der Hinfahrt getroffen habe. Er zeigte mir das Redaktionsgebäude der Zeitung Prawda (Wahrheit). Das Blatt war bis 1991 das Zentralorgan der KPdSU, existiert aber bis heute noch. Auch beim ersten McDonalds Restaurant in Moskau wo sich bei der Eröffnung lange Menschen-

schlangen gebildet haben kamen wir vorbei.  Danach haben wir in einer Art Milchküche die noch aus Sowjetzeiten überlebt hat, russische Teigtaschen gegessen. Zum Bier gabs getrocktneten Fisch. Wladimir wollte mir erklären wo ich von Stockholm nach Deutschland durchfahren soll. Dies war aber nicht mein primäres Problem. Mich interessierte vor allem die Strecke Moskau - Sankt Peterburg. Ein Russe am Nebentisch der etwas englisch sprach bekam unsere Diskussion mit und meinte mit dem Fahrrad Moskau - St. Peterburg sei keine gute Idee. Auch Wladimir sagte er sei die Strecke mit dem Auto 10 mal gefahren und habe noch nie einen Fahrradfahrer gesehen. Im nachhinein muss ich sagen ob ich 7 Tage bei viel Verkehr oder 9 Tage bei etwas weniger Verkehr unterwegs bin spielt wohl keine grosse Rolle. Ich bereue die Entscheidung einen Umweg von 300 km gemacht zu haben trotzdem nicht. So konnte ich wenigstens mein Russlandvisum ein bisschen mehr ausnutzen.

In Moskau habe ich eigentlich nur freundliche Russen angetroffen und die meisten konnten englisch sprechen. In den Motels an den Ueberlandstrassen war ich jedoch froh um meine geringen Russischkenntnisse die ich mir letztes Jahr beim Migroskurs angeeignet habe. Das Personal war auch nicht sehr hilfsbereit. In einem Motel sollte ich mein Fahrrad über Nacht draussen abstellen. Das passte mir nicht und ich habe das Rad in einem g¨ünstigen Moment neben der Rezeption hindurch in mein Zimmer geschmuggelt. Am andern morgen staunte die Dame an der Rezeption nicht schlecht als neben mir auch noch mein Fortbewegungsmittel aus dem Zimmer kam.

Der Amtsschimmel wiehert auch nicht mehr überall gleich. Als ich das zweite mal beim gleichen Motel vorbeikam wollte die Rezeptionistin wieder alle Seiten meines Passes  kopieren. Das war ihr dann doch etwas suspekt. So wie ich verstanden habe, hat sie schnell mit Moskau telefoniert und dann nur die Hauptseite des Passes kopiert. In anderen Gasthäusern musste ich meinen Pass gar nicht zeigen.

Im Gästehaus in Luga wo ich übernachtet habe ist mir die russische Gastfreunschaft doch noch begegnet. Als ich von der Stadt zurückkam und in mein Zimmer wollte kamen meine Zimmernachbarn mit einer Flasche Vodka und offerierten mir das Getränk mit Brot und Peperoni.

Das ist russiche Tradtion meinten sie. Es waren zwei Monteure aus St. Petersburg die in Luga auf Montage waren.

Die letzten zwei Etappen nach St. Petersburg verliefen nicht ganz reibungslos. Ich hoffe jetzt, dass ich in der Stadt einen passenden Pneu finde. Dann kann die Fahrt weitergehen. Als Fahrradfahrer in Russland bin ich schon ein wenig ein Exot, das Fahren neben den anderen Verkehrsteilnehmern manchmal ein wenig grenzwertig obwohl es glücklicherweise keine richtig brenzlige Situation gegeben hat. Fahren auf russischen Strassen ist schon mehr etwas für Hardcore-Radfahrer. Jetzt geniesse ich zwei velofreie Tage in St. Peterburg, repariere mein Rad und mache ein wenig Sightseeing.

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