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Tscherepowez - Perm 16. Juni - 27. Juni 2018

Nach zwei Nächten im Hotelbett in Tscherepowez dürfen wir wieder aufs Rad und am Abend in der Koje übernachten. Das Übernachten im Bus geht eigentlich ganz gut. Es gibt drei Kojen übereinander. Ich schlafe zuunterst und muss mich jedes Mal ein bisschen verrenken um da reinzukommen. Auch sind die Kojen nicht so hoch sodass ich schon ein paar mal den Kopf angeschlagen habe. Hoffe es wird keine Langzeitschäden haben. Am morgen braucht man keinen Wecker, da die ersten schon kurz nach fünf aus dem Bus kriechen. Ich schlafe ein bisschen länger und bin dann gegen 07:00 h auch wach. Morgenessen vor dem Bus und Velokleider anziehen ist immer gleich. Um 09:00 h fahren wir normalerweise los.

Wir fahren eigentlich auf der Hauptroute von Sankt Petersburg nach Sibirien. Aber die Strasse ist zum Teil in einem erbärmlichen Zustand. In Lyubim mussten wir auf Anweisung der Polizei sogar zurückfahren und einen Umweg von ca. 200 km in Kauf nehmen. Mit dem Mountainbike wären wir vielleicht durchgekommen. Für die Busse wäre die Strasse definitiv zu schlecht gewesen. In der Nacht sind die Busse losgefahren. Im Schlaf hatte ich teilweise das Gefühl durch eine Baustelle zu fahren.

Das Fahren in der Gruppe ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Unser Guide duldet keinen anderen an der Spitze als sich selbst. So können wir hinten im Schlafwagen mitfahren und müssen uns nicht darum kümmern woher der Wind weht.

Die Wetterkapriolen unterwegs waren doch etwas speziell. Von der Regenetappe mit 8° C bis zur Hitzeetappe bis über 30° vergingen nur 4 Tage. Das geht doch bei manchen schon etwas an die Substanz. Unterwegs machen wir pro Etappe etwa zweimal Pause an einer Raststätte. Das Personal ist immer sehr freundlich und es ergeben sich trotz einigen Verständigungsschwierigkeiten Gespräche mit der einheimischen Bevölkerung. Ein Übersetzungsapp am Handy kommt uns auch manchmal zu Hilfe.

Wenn wir vor einem Bahnübergang stehen ist es auch immer ein besonderes Schauspiel. Anders als bei uns sind die meisten Übergänge noch durch einen Barrierenwärter oder vorwiegend durch Wärterinnen besetzt. Bei uns sind die Barrieren auch manchmal zu lange geschlossen. In Russland sind sie mindestens zehn Minuten vor der Zugsdurchfahrt zu. Vor jedem Übergang hat des ausser der Barriere auch noch eine Sperre auf der Strasse damit ein Durchkommen unmöglch ist. Wir mussten natürlich die Züge fotografieren und die Wärterin ist jeweils fast ausgeflippt wenn wir zu nahe am Gleis standen.

Nach 11 Tagen im Bus Übernachten erreichen wir die Millionenstadt Perm. Wir sind immer noch im europäischen Teil von Russland. In Perm steht auch die wichtigste Produktionsstätte für russische Fahrräder. Wenn man jedoch auf die Strassen schaut scheinen sie nicht einen besonders grossen Ausstoss zu haben.  Perm war während der Sovietzeit bis 1991 eine verbotene Stadt. Wegen der Waffenproduktion während des kalten Krieges durfte kein Ausländer in die Stadt rein. Am Ruhetag durften wir eine Stadtrundfahrt mit Natalia geniessen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Urfers (Sonntag, 08 Juli 2018 08:52)

    Liebe Chrigu
    Das isch hölle intressant - merci viumau. Ja du erläbsch da wieder ganz spezielli Abetür.
    Chöi üs guet vorsteue, dass das gwöhnigsbedürftig isch, so eifach am leithund nachezradle.
    Gniesses, du chasch es anders mau wider chef si�
    Liebs grüessli Corinne u Aendu

  • #2

    Berger Hugo und Therese (Donnerstag, 12 Juli 2018)

    Sälü Chrigu. Du wirsch no zum Outobahnvelofahrer. Machs guet.