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Novosibirsk - Krasnoyarsk 17. - 24. Juli 2018

Nach dem Ruhetag in Novosibirsk steigen wir nach 3 velofreien Tagen endlich wieder aufs Rad. Ab hier geht es mehrheitlich der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn entlang. Die Transsib ist mit 9288 km die längste Eisenbahnstrecke der Welt und verbindet Moskau mit Wladiwostok am Pazifik. Manchmal sehen wir vom Rad aus die ellenlangen Güterzüge vorbeifahren. Zum Teil sind zwei Güterzüge mit Zwischenlok zusammengehängt. Die 140 vierachsigen Wagen mit Lok bilden dann einen gewaltig langen Zug den wir so in der Schweiz nie zu sehen bekämen. Wenn Personenzüge vorbeifahren werden bei mir Erinnerungen wach an meine Transsibreise im Jahre 1976. Die Wagen sind jedoch nicht mehr so schön gestrichen wie unser roter "Rossja"-Zug.

Aus Novosibirsk hinaus werden wir die ersten 25 km von einer Gruppe Jungradfahrern vom lokalen Veloklub begleitet. Das sind eindrückliche und schöne Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung. Unterwegs werden wir immer wieder mit Hupkonzerten begrüsst. Manchmal fahren die Autos langsam neben uns vorbei und die Autofahrer fragen zum Fenster hinaus woher wir kommen und wo es hingeht. Zwischen Novosibirsk und Kemerovo hat es wirklich viel Verkehr und die Strasse ist nicht gut ausgebaut. Es bestätigt sich also was mir der Radfahrer Wladimir vor einem Jahr in Moskau gesagt hat:"Ab Novosibirsk wirds gefährlich. " Ich denke jedoch mit etwas Vorsicht wäre auch diese Strecke alleine zu bewältigen gewesen. Die Landschaft ist entgegen meinen Erwartungen ziemlich abwechslungsreich. Immer wieder gehts rauf und runter. Blicke ins weite Land wechseln ab mit Fahrten durch endlose Birkenwälder. Wir sind doch jedes Mal froh wenn wir am Tagesziel ankommen und wir am Strassenrand unsere Busse erblicken. Dann heisst es Duschen und später Abendessen. Das Essen das unser Koch Michel hinzaubert ist hervorragend. Wenn dann noch ein Teilnehmer Geburtstag hat gibt es ein besonderes Galamenu. Leider war das erst zwei Mal der Fall.

Nach sieben Radtagen durch Sibirien machen wir Halt in Krasnoyarsk. Die Einfahrt in die Stadt ist ziemlich hügelig. Wir sehen, dass eine Smogglocke über der Stadt liegt. In einem Park am Fluss Jenissei werden wir von Vertretern des Tourismusbüro Krasnoyarsk und einigen Journalisten empfangen. Der grosse Star ist unser Ältester, der 74-jährige Walter G. Er gibt Interviews die am Abend im Fernsehen ausgestrahlt werden. Nach dem Zimmerbezug im Hotel verbringen wir den Rest des Tages am Ufer des Flusses Jenissei. Dieser imposante Strom ist mit 3487 km einer der längsten Flüsse der Welt. Das es ausgerechnet am Tag an dem wir nicht aufs Fahrrad steigen regnet könnte man gute Planung nennen ist aber wohl eher Zufall. So verbringen wir den Tag am Bahnhof wo wir dem Betrieb auf der Transsib Route zuschauen. Auch im Einkaufszentrum werden einige Rubel liegen gelassen.

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