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Krasnoyarsk - Irkutsk 25. Juli - 08. August 2018

Geschafft: in Irkutsk angekommen
Geschafft: in Irkutsk angekommen

Und wieder gehts auf den Highway R 255 Richtung Osten. Es ist einfach gigantisch diese Dimensionen. Wir sind jetzt sechs Wochen unterwegs. Und immer noch trennen uns 5000 km vom Pazifik. Wenn wir Richtung Norden fahren würden wären das auch etwa 3000 km bis ans Polarmeer. Einfach unvorstellbar. Unser Weg führt uns mehrheitlich entlang der Transsib Eisenbahn. Manchmal grüssen uns die Lokführer mit der Signalpfeiffe. Da kommt dann fast Hühnerhautfeeling auf. In Tajschet zweigt die Baikal Amur Magistrale von der eigentlichen Transsib ab. Diese wurde in den 70er Jahren aus militärstrategischen Gründen gebaut weil die Transsib teilweise sehr nahe an der chinesischen Grenze verläuft. Als wir in Tajschet übernachten habe ich den Zugsverkehr am dortigen Bahnhof beobachtet was ziemlich interessant war. Beeindruckend welche Mengen an Kohle und anderen Gütern da transportiert werden. Es passt ein paar Mal dass wir in der Nähe eines Bahnhofes unser Nachtlager aufschlagen. Das Beobachten der Züge macht mir Spass und weckt Erinnerungen ans Jahr 1976 wo ich auch in einem dieser Züge unterwegs war. Die sibirische Landschaft habe ich jedoch nicht mehr ganz gleich Erinnerung wie sie heute ist. Damals sind wir hunderte Kilometer durch die Taiga gefahren. Heute scheint mir, wird viel mehr Landwirtschaft betrieben. Wir fahren an riesigen Getreidefeldern vorbei. Die meisten Ortschaften werden auf Umfahrungsstrassen umgangen. Leider fahren wir nur selten in eine Ortschaft hinein, was ein paar Diskussionen mit unserem Gruppenleiter auslöst. Das ist halt der Preis den man zahlt wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist. Ich geniesse die Fahrt durch die sibirische Landschaft trotzdem. Das Profil unserer Strecke ist nicht ganz flach. Immer wieder wird uns eine Steigung in den Weg gestellt. Aber die Aussicht auf die Birken- und Fichtenwälder entschädigt für alles. Und wenn die Strasse ansteigt dann muss es auch wieder mal runter gehn. Im Oblast Krasnoyarska hat sich die Polizei rar gemacht. Als wir in meinem letzten Olast Irkutskaya einfahren, ist die Polizei wieder präsent was uns das Fahren natürlich sehr erleichtert da wir von den Autofahrern jeweils sehr anständig überholt werden. Das ist sonst nicht immer der Fall. Einmal wollte uns ein frustrierter Autofahrer sogar absichtlich von der Strasse drängen. Da wir dann auf den Schottersteinstreifen ausgewichen sind ist es gerade noch gut ausgegangen. Sonst haben wir jedoch nie eine kritische Situation gehabt. Aufpassen muss man auch bei den vielen Baustellen. Aber wo die Strasse fertig ausgebaut ist präsentiert sie sich in einem hervorragendem Zustand. Auf den letzten zwei Etappen vor Irkutsk machen sich bei mir Kniebeschwerden bemerkbar. Ich schaffe es aber auch mit nur einem Bein an mein Ziel. Nach fast 6000 km durch Russland und Kasachstan fahren wir am 02. August in der sibirischen Stadt Irkutsk ein. 


Nach fast 2 Monaten auf dem Rad bin ich nun in der sibirischen Stadt Irkutsk angekommen. Irkutsk ist die Hauptstadt des Oblast Irkutskaja und 70 km vom südwestlichen Ende des Baikalsees entfernt. Irkutsk liegt am einzigen Abfluss des Baikalsees, dem Fluss Angara. Es gibt hier viele schöne alte Holzhäuser zu bestaunen.  Zum Abschluss des ersten Abschnittes unserer Tour wurden wir vom Reiseveranstalter zum Abendessen in ein typisch russisches Restaruant eingeladen. Essen und alle Getränke wurden grosszügigerweise spendiert. Vielen Dank. Am nächsten Tag folgt der Tag des Abschieds. Wir fahren mit dem Bus an den Baikalsee und von dort mit dem Touristenzug nach Sludjanka wo es endgültig heisst: Abschied nehmen. Zwei Monate zusammen Radfahren schweisst doch etwas zusammen sodass der Abschied doch etwas gemischte Gefühle freisetzt. Während die andern in unsern Begleitbuss einsteigen, fahre ich mit dem Zug zurück nach Irkutsk. Dort geniesse ich noch ein paar velofreie Tage in Sibirien.

Hier noch die Statistik der Tour wie sie mein Garmin-Gerät aufgezeichnet hat:

5631 km, 26693 hm, 212 Stunden im Sattel, 26,4 Durchschnitt km/h

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Kommentare: 1
  • #1

    Erich und Elsbeth (Freitag, 10 August 2018 22:53)

    Da sagen wir nur noch "Chapeau" und hoffen, dass du uns bald einmal davon erzählen wirst. Unvergessliche Tour. Wir haben, besonders in Moskau, immer wieder an dich gedacht, Unverständlich wie du da den roten Platz mit dem Velo gefunden hast. Bis bald lieben Gruss
    Elsbeth und Erich