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Insel Olchon (Baikal) - Krasnoyarsk 06. - 18. Juni 2019

Nachdem ich wider meinem Erwarten auf der abgelegenen Baikalinsel Olchon eine Ersatzachse für mein Fahrrad gefunden habe steht am 06. Juni dem diesjährigen Start durch Russland nichts mehr entgegen. Erstmal geht’s 30 km über die Inselstrasse zur Fähre zurück. Strasse ist jedoch ein bisschen übertrieben. Es handelt sich um eine Sand- und Geröllpiste in Wellblechform. Und promt muss ich nach nicht einmal 2 km Fahrt erstmal zu Boden. Ist aber nichts passiert. Anschliessend geniesse ich aber die Ausblicke auf den Baikalsee und vergesse dabei die schlechte Strasse und die zum Teil doch steilen Aufstiege. Nach der kurzen Fährüberfahrt kann ich im Gasthaus Edelweiss einchecken. (das heisst wirklich so). Kurz darauf fährt noch ein Bus Chinesen vor um hier zu übernachten. Sie tragen unzählige Plasticsäcke mit Lebensmitteln ins Hotel um deren Inhalt am Abend bei einem Gelage zu verzehren. Leider bin ich dort nicht eingeladen. Trotzdem muss ich nicht hungrig ins Bett. Ich kann mich im Hotel mit Solianka Suppe, russischem Salat und Teigtaschen verpflegen. Der erste Teil der 250 km zurück nach Irkutsk gleichen einer Berg- und Talfahrt. Nach 100 km habe ich genug. Nachdem ich an einem Essensstand etwas getrunken habe, frage ich die Bedienung, eine ältere Burjatin ob ich hier übernachten könne. Zuerst zeigt sie auf den Wald gegenüber. Als ich am Zeltaufstellen bin taucht sie wieder auf und sagt ich könne in ihrem Garten übernachten. Diser entpuppt sich dann als Hinterhof mit viel Gerümpel. Ist aber immer noch besser als im zeckenverseuchten Wald zu nächtigen. Nach einer weiteren Nacht in der sibirischen Hauptstadt Irkutsk kann am nächsten Tag das Abenteuer auf dem Trans Siberian Highway beginnen. Zunächst bis in die Nachbarstadt Angarsk.

 

Immer wieder führt der Sibir Highway R 255 entlang der Transsibirischen Eisenbahn. Es ist interessant dem Treiben auf dieser Eisenbahnlinie zuzuschauen. Da werden ellenlänge Güterzüge vor allem Kohlentransporte durch die Gegend gezogen. Aber auch Regional und Fernverkehrszüge sind zu beobachten. Bei dieser Zugsdichte ist es nicht verwunderlich, dass man auch mal 20 Minuten vor der geschlossenen Barriere warten muss.  Dass das Hauptsignal  vor der offenen Barriere auf Fahrt steht ist für das Bähnlerauge auch schwer ertragbar.

Das Fazit der ersten Etappe bis in die Nähe von Krasnoyarsk fällt durchwegs positiv aus. Ich hab auf den Besuch von Krasnoyarsk verzichtet, da ich diese Stadt eigentlich letztes Jahr besucht habe. Die Strassen sind fast durchwegs in hervorragendem Zustand mit teilweise breitem Seitenstreifen. Dieser wurde aber sehrwarscheinlich nicht der Fahrradfahrer wegen erstellt. Der Verkehr ausserhalb der grösseren Zentren ist sehr moderat. An zwei Tagen bin ich morgens um 06.00h gestartet. Da hast du den Highway für dich alleine. Da kommt fast ein Bikers High auf. Einen Tiefpunkt gab es allerdings auch. Der Wetterbericht versprach für den nächsten Tag leichter Regen. Als ich am Morgen zum Fenster rausschaue regnet es in Strömen und der Westwind ist nicht zu schwach. In der Hoffnung dass das Wetter bald ändert ziehe ich meine Regenkleider an und fahre trotzdem los. Nach 13 km fahre ich am nächsten Motel vorbei und nehme die nächste Steigung. Da der Sturm nicht nachlässt verkieche ich mich am Ende der Steigung in ein Bushäuschen und überlege was zu tun ist. Ich entschliesse mich zu km 13 zurückzufahren und verbringe dort einen trockenen Tag. Dies war bis jetzt der einzige Regentag. Weitere werden sicher folgen.

Bis auf einmal habe ich das Zelt bis jetzt nicht ausgepackt. Ich finde bei Preisen von minimum Fr. 9.50 bis maximum Fr. 36.00 kann man sich das Gostinitsa leisten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Urfers (Mittwoch, 19 Juni 2019 19:46)

    Sali Chempeler, du kämpfsch di dür di ändlose Witine u mir plättere am gänfersee:-)
    Gniesses witerhin u hän Sorg
    Liebs grüessli
    Corinne u Aendu