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Tscheliabinsk - Kasan 06. - 14. Juli 2019

Nach mehreren Flachetappen von Novosibirsk nach Tscheliabinsk wird die Überquerung des Ural sicher wieder etwas anspruchsvolleres Terrain bieten. Was ich vorgefunden habe hat meine Erwartungen aber übertroffen. Ich habe etwa die gleichen Steigungen wie letztes Jahr erwartet wo wir allerdings weiter nördlich den Ural überquert haben. Wir sind damals auf höhstens 450 m.ü.M. gestiegen und 30 kg Gepäck waren auch nicht am Rad. Die Überquerung weiter südlich ist dann schon etwas anspruchsvoller. Der Ural bildet das Grenzgebirge zwischen Asien und Europa. Es geht aber nicht von der Asien-Seite rauf und auf der Europa-Seite wieder runter. Immer wieder gehts eine Rampe hoch und dann wieder runter durch endlose Fichten- und Birkenwälder. Die höchsten Erhebungen die ich auf der 30. Etappe überquert habe waren 650, 827, 729 und 655 m hoch. Da kommen schon fast passfahrtähnliche Gefühle wie in der Schweiz auf. Entlang der Strasse gibt es viele Kleinbauern und Souvenirshops die ihre Waren anbieten. Zum Beispiel die Babuschka die mit dem Verkauf von im Wald gepflückten Erdbeeren ein Zubrot verdienen will. In den Souvenirshops werden Bilder, ausgestopfte Tiere und halbe Schnapsbrennereien feilgeboten. Leider sind diese Gegenstände etwas sperrig für mein Gepäck. So wird als Erinnerung einfach die Fahrt durch die eindrückliche Gegend des  Ural bei mir haften bleiben. Das ich einmal mit dem Fahrrad von Asien nach dem alten Kontinent Europa fahren werde ist jetzt kein Traum mehr. Der Obelisk mit dem Stern der die Grenze zwischen Asien nach Europa symbolisiert steht auf dem ersten Übergang auf 650 m.ü.M. Im Gegensatz zur Kontinenengrenze bei Jekaterinburg wo es viel Rummel und Souvenirshops gibt, bin ich hier, als ich morgens um 6.45h den Punkt passiere ganz alleine. Nachdem ich mit Tscheliabinsk die letzte asiatische Grossstadt hinter dem Ural verlassen habe ist mit Ufa der Hauptstadt von Baschkirien die erste europäische Destination auf der Fahrt in den Westen erreicht. Obwohl die Bevölkerungsmehrheit hier Russen sind fühlt man sich eher im Orient. Auch wenn die meisten russisch sprechen ist doch baschkirisch hier auch Amtssprache. Auf den Ortstafeln und Wegweisern ist die russische und die baskirische Bezeichnung vorhanden. Zum Teil jetzt schon auch die englische Bezeichnung in lateinischen Buchstaben.

Auch Tartastan mit der Hauptstadt Kasan ist eine islamisch geprägte Republik. Hier befindet sich auch das islamische Zentrum Russlands. Nach dem Ruhetag in Ufa gönne ich mir wieder einen velofreien Tag in Kasan. Diese Stadt ist mit dem zum UNESCO - Weltkulturerbe gehörenden Kreml ist wirklich sehenswert. Es ist interessant wie die westlichen Einflüsse zunehmen je weiter ich mich in diese Richtung bewege. In Kasan ist sehr auffällig, dass die Angestellten an der Hotelreception und viele Angestellte in den Restaurants des Englischen mächtig sind. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass letztes Jahr hier Spiele der Fussball-WM stattgefunden haben. Auch die Haltestellen in den Bussen werden alle in englisch ausgerufen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Erich und Elsbeth (Samstag, 20 Juli 2019 15:29)

    Hopp Chrigu
    gsesch der rot Platz scho? Hoffe dass er dieses mal nicht gesperrt ist. Welch ein Gefühl muss das sein! Alles Gute weiterhin, aber zuerst ist Moskau angesagt und geniess diese Stadt.
    Lieben Gruss u häbs guet
    Erich und Elsbeth

  • #2

    Erich und Elsbeth (Samstag, 20 Juli 2019 19:21)

    Wenn das nicht Gedankenübertragung war, 2Std.nach der Einfahrt zum roten Platz haben wir an dich gedacht!! Das sind doch richtige Velofreunde, oder nicht?!