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Moskau(RUS) - Dresden(D) 22. Juli - 07. August 2019

Zum zweiten Mal verlasse ich Moskau mit dem Fahrrad auf der gleichen Route gegen Westen. Aber in den zwei Jahren dazwischen muss etwas passiert sein. Die Ausfallstrasse führt durch mehrere Tunnels. Diese sind zwar nur kurz. Aber diese ohne Licht zu durchfahren habe ich schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl. Beim Versuch den zweiten Tunnel zu umfahren, lande ich plötzlcih auf der anderen Strassenseite und fahre wieder Richtung Moskau. Nach 2 km gelange ich durch eine Fussgänger-unterführung wieder auf die richtige Seite. Dort montiere ich mein Reserverücklicht und fahre zusammen mit dem Autoverkehr durch den Tunnel. Nachdem ich Krasnogorsk und damit den Grossraum Moskau verlassen habe gehts auf der alten Hauptstrasse M9 bis Wolokolamsk. Ab dort ist auch der Verkehr der von der Autobahn kommt wieder dabei. Aber der ist viel weniger intesiv als im Osten von Moskau. Ausserdem hat die Strasse einen asphaltierten Seitenstreifen. Auf der Strasse nach Wolokolamsk werde ich von einigen übel riechenden Kehrichtwagen überholt. In der nähe der Stadt befindet sich eine grosse Mülldeponie wo der ganze Abfall der Millionenstadt Moskau entsorgt wird. Die Strecke von Moskau bis zur Grenze die vorwiegend durch endlose Wälder führt habe ich dann in vier Tagen zurückgelegt.Unterwegs begegnen mir mindestens 20 LKWs beladen mit Mercedes Autos. Ich frage mich welche Russen sich ein Auto mit dem Stern leisten können. Diejenigen die ich während meiner Reise getroffen habe sicher nicht. Im Grenznähe angekommen muss ich zuerst zwei Kilometer wartende Lastwagen überholen, um in mein Hotel zu gelangen. Dort habe ich Paul den Schweizer getroffen der mit dem Fahrrad von der Schweiz nach Moskau fährt und später nach Süden zum schwarzen Meer. Am andern morgen habe ich ihm beim Frühstück meine russische SIM Karte, die ich ja jetzt nicht mehr brauche, überlassen. Danach überhole ich wieder zahlreiche Lastwagen um zum Grenzübergang zu gelangen. Dort dauern die Grenzformalitäten viel länger als vor zwei Jahren als ich in entgegengesetzter Richtung unterwegs war. Beim russischen Zoll warten drei Personen vor mir am Schalter. Als diese vom Zöllner abgefertigt waren und ich der nächste gewesen wäre verschwindet der Beamte zu einer Kollegin und die beiden unterhalten sich etwa 20 Minuten miteinander. Ihn zu fragen wann ich drankomme wäre wohl kontraproduktiv gewesen. Als er sich doch noch bemüht mich abzufertigen sagt er zuerst ich müsse alle Taschen öffenen. Nach einer Weile hat er sich das ganze wohl anders überlegt und ich kann zum nächsten Schalter weiterfahren. Bei der Einreise nach Lettland wieder eine lange Warterei, da zuerst ein schwieriger Fall aus Moldawien behandelt werden muss. Nach fünf Viertelstunden habe ich es dennoch geschafft wieder in ein EU-Land einzureisen.

Die beiden baltischen Staaten Lettland und Litauen habe ich in vier Tagen durchquert. Besonders Lettland wird mir mit seiner unberührten Landschaft in Erinnerung bleiben. Auf der ersten Lettland-Etappe bin ich über Nebenstrassen an mein Tagesziel Daugavpils gelangt. Obwohl ich zwischenzeitlich etwas geflucht habe, da ich über Schotterpisten fahren musste hat es sich doch gelohnt. Die nächsten Tage waren geprägt durch Geradeausfahren über die vielbefahrene Via Baltica.

In Polen gehts zunächst noch über die Via Baltica. Die Fahrt durch die Masuren kann ich diesmal bei schönem Wetter geniessen. Vor zwei Jahren musste ich mich hier durch den Schnee kämpfen. Ansonsten kann man nicht sagen, dass Polen eine gutausgebaute Infrastruktur für den Veloverkehr hat. Ich muss zum Teil über schmale Strassen fahren und diese noch mit dem Autoverkehr teilen. Radwege und Fahrradstreifen kennen sie hier nicht. Den Umweg der Ostseeküste entlang wäre zum Radfahren schöner geswesen, wollte ich mir aber ersparen. Die letzten paar Kilometer in Polen konnte ich vor der Einreise in Deutschland doch noch auf einer schönen Nebenstrasse geniessen.

Die erste Nacht in Deutschland verbringe ich im Zelt auf einem Campingplatz in der Nähe von Cottbus. Hier gilt wieder die harte Währung und ich kann meine Rubel und Zlotys versorgen. Vor zwei Jahren habe ich auf einem Camping in Finnland Thomas den Motorradfahrer getroffen. Dieses Jahr darf ich bei ihm in der Nähe von Bautzen übernachten. Wir tauschen Erinnerungen aus und blicken auf die kommenden Reisen. Er will nächstes Jahr durch Russland fahren. Am Abend geniessen wir ein gemütliches BBQ mit seiner Familie zusammen. Bei der Fahrt nach Dresden durchquere ich noch kurz tschechisches Territorium bevor ich auf dem schönen Elberadweg in Dresden einfahre. Den Ruhetag in Dresden benutze ich zum Blog schreiben und relaxen. Da ich schon zweimal in Dresden war verzichte ich auf grosse Sightseeingtouren. Ausserdem hat es hier extrem viele Touristen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Erich und Elsbeth (Donnerstag, 15 August 2019 14:15)

    Hei Chrigu
    rede si scho wider schwizerdütsch?

    Häbs guet gueti Heireis
    Erich und Elsbeth